2013: Einführung von Unisex-Tarifen

 

In der Versicherungsbranche gibt es zurzeit unterschiedliche Tarife für Männer und Frauen (mit Ausnahme von Riesterverträgen) weil

  • Frauen eine längere Lebenserwartung haben.
  • sie öfter und länger ärztliche Dienste in Anspruch nehmen.
  • sie häufiger berufsunfähig werden.
  • sie seltener Unfälle verursachen.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied im März 2011, dass diese Ungleichbehandlung rechtswidrig ist. Er gibt den Versicherungsgesellschaften Zeit, bis 21. Dezember 2012 „geschlechtsneutrale“ Tarife und Leistungen einzuführen, d.h. Tarife mit identischem Preis für Frauen und Männer gleichen Alters. Die Gleichbehandlung von Frauen und Männer ist ein Grundsatz des EU-Rechts, doch bislang gibt es bei Versicherungen Ausnahmeklauseln. Wie wirken sich die neuen Unisex-Tarife aus?

 

Risikolebensversicherung

Männer zahlen derzeit höhere Beiträge für die gleiche Todesfall-Leistung, weil sie eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein früheres Ableben haben.
• Beiträge für Frauen werden steigen.
• Beiträge für Männer werden geringfügig sinken.

 

Private Krankenversicherung

Frauen zahlen höhere Beiträge, weil sie nicht nur aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung höhere Krankheitskosten verursachen.
• Beiträge für Frauen dürften geringfügig sinken.
• Beiträge für Männer werden steigen.

 

Altersvorsorge (private Rente, Rürup-Rente, betriebliche Altersvorsorge)

Frauen müssen derzeit höhere Beiträge als Männer leisten für die gleiche lebenslange Rente, weil sie statistisch eine um ca. 5 Jahre längere Lebenserwartung haben.
• Beiträge für Frauen werden geringfügig sinken oder gleich bleiben.
Männer werden höhere Beiträge für die gleiche Rente leisten müssen.

 

Berufsunfähigkeitsabsicherung

Frauen werden deutlich häufiger berufsunfähig als Männer.
• Beiträge für Frauen werden geringfügig sinken oder gleich bleiben
Männer werden höhere Beiträge für die gleiche Berufsunfähigkeits-Rente zahlen müssen.

 

Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen. Trotzdem kann für die Richtigkeit und Vollständigkeit keine Garantie übernommen werden.
Der Rundbrief ersetzt nicht die Beratung.


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