2012: Mindestalter für die staatlich geförderte Altersvorsorge steigt von 60 auf 62 Jahre

 

Zum 1. Januar 2012 erhöht sich das Mindestalter für neu abgeschlossene Riester- und Rürup-Renten sowie für die betriebliche Altersvorsorge auf 62 Jahre, d.h. Sie können erst zwei Jahre später Ihre Rente abrufen als bisher. Wer noch 2011 einen Vertrag abschließt, kann noch mit einer Auszahlung zum 60. Lebensjahr rechnen. Auch wer sich später statt für die Rente für die Kapitalabfindung entscheidet, kann sich diese bei Neuabschlüssen ab 2012 erst mit 62 Jahren und einer mindestens zwölfjährigen Vertragsdauer steuerbegünstigt auszahlen lassen. Diese Regel gilt auch für private Rentenversicherungsverträge.

Fazit: Für Kunden mit alten Verträgen

Kunden und Kundinnen mit laufenden Verträgen müssen eigentlich nichts unternehmen und können sich entspannt zurücklehnen. Sinkende Garantien und Unisex-Tarife treffen sie nicht. Allerdings können Sie noch jetzt zum alten Garantiezins Beiträge erhöhen oder eine dynamische Steigerung Ihres Beitrages vereinbaren bzw. Zuzahlungen leisten, wenn der Vertrag ab 2005 abgeschlossen wurde oder es sich um eine Individuelle Rente (I*R) handelt.

Wenn ein dynamischer Finanzberater abends bei Ihnen vorbeischaut und Ihnen vorrechnet, dass Sie mit neuen Produkten eine deutlich höhere Rendite erzielen können, dann vergessen Sie nicht, dass Sie sich ein deutlich höheres Risiko und neue Kosten einkaufen. Halten Sie vor Ihrer Entscheidung Rücksprache mit uns, auch wenn Sie Ihren Vertrag nicht über uns abgeschlossen haben. Ich kenne viele Menschen, die Ihre Entscheidung, einen alten, besonders vor 2005 abgeschlossenen Altersvorsorge-Vertrag gekündigt zu haben, inzwischen bitter bereuen.

Fazit: Für Kunden, die neue Verträge abschließen möchten

Garantiezinssenkung: Ab 2012 müssen Sie für die gleiche garantierte Rente einen höheren Beitrag zahlen. Dies betrifft Riester- und Rürup-Renten, klassische Rentenversicherungen und betriebliche Altersvorsorge. Sicherheitsbewusste Menschen, die ohnehin ihre Altersvorsorge aufbauen oder aufstocken wollten, sollten sich am besten noch in diesem Jahr entscheiden: Denn Sie sichern sich so bei gleicher Einzahlung eine höhere Garantieleistung.

Unisex-Tarife: Die Prämien werden insgesamt steigen, weil laut Aussage der Versicherungen höhere Sicherheitspolster erforderlich sind.
Frauen: Besonders für Risikolebensversicherungen werden die Beiträge steigen. Bei Renten- und Krankenversicherungen werden Frauen kaum von sinkenden Beiträgen profitieren.
Männer: Zu erwarten ist, dass die Beiträge für neue Rentenversicherungen ab 2013 um sechs bis acht Prozent steigen. Sie sollten sich auf jeden Fall in diesem Jahr nicht nur den höheren Garantiezins sondern auch den günstigen Männertarif sichern. Bei Berufsunfähigkeitabsicherung und Krankenversicherung sollte spätestens im nächsten Jahr eine Entscheidung getroffen werden, denn hier wird es sicher ab 2013 teurer.

Erhöhung des Mindestendalters: Alle, die die staatliche Förderung der Altersvorsorge noch nicht ausreichend nutzen und die Möglichkeit haben möchten, die Rente oder das Kapital schon ab 60 wählen zu können, sollten noch in 2011 eine Entscheidung treffen.

 

Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen. Trotzdem kann für die Richtigkeit und Vollständigkeit keine Garantie übernommen werden.
Der Rundbrief ersetzt nicht die Beratung.


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