RUNDBRIEF 2/2010
Stuttgart, im Juli 2010

 

Nur wer breit streut, rutscht nicht aus

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Die Nerven vieler Anlegerinnen und Anleger liegen blank: erst kollabieren die Banken in vielen Ländern der Welt und können nur vom Staat gerettet werden. Dann folgt fast ein Staatsbankrott in Griechenland. Die übrigen EU-Staaten und der Internationale Währungsfonds springen ein. Wozu muss das führen? Die Gäste in den Talkshows und die Journalisten wissen es ganz genau: zu Inflation, denn die Staaten werden massenhaft Geld drucken und sich so von ihren Schulden befreien. Aber ganz so einfach ist die Rechnung nicht, denn es gibt eine Alternative zum Gelddrucken und die heißt Sparen. Griechenland hat ein drastisches Sparprogramm aufgelegt und auch Deutschland ergreift die ersten Sparmaßnahmen. Hohe Haushaltsdefizite allein heizen die Inflation noch nicht an. Es müssen zusätzlich die Kapazitäten voll ausgelastet sein, und es sollte Vollbeschäftigung herrschen. Außerdem muss die allgemeine Erwartung bestehen, dass Preise und Löhne steigen. Die Inflationsrate in Deutschland lag im Juni bei 0,9 Prozent, im Mai waren es noch 1,2 Prozent. Von akuter Inflationsgefahr ist weit und breit nichts zu sehen.
Und dann gibt es ja noch die Euro-Krise: Erinnern Sie sich, dass der Euro bei Einführung 1999 einen Wert von 1,17 Dollar hatte und bis auf 0,83 Dollar fiel und erst 2008 auf 1,60 Dollar stieg? Viele sprachen 2008 von einem zu starken Euro, die deutsche Exportindustrie stöhnte. Heute ist Deutschland als Exportweltmeister der größte Nutznießer des etwas schwächeren Euros. Der Euro ist zurzeit alles andere als unterbewertet. Dem üblichen Maßstab, dem Kaufkraftverhältnis zufolge, wäre der Euro zum Dollar mit 1,15 bis 1,20 fair bewertet, und diesen Wechselkurs haben wir noch nicht erreicht. Also kein Grund zur Panik!

Viele von Ihnen haben nicht nur Angst vor der Inflation, sondern auch vor einer Währungsreform. Schnell wird noch eine Immobilie gekauft und möglichst ein hoher Kredit aufgenommen, egal ob die Immobilie ins Vermögenskonzept passt oder nicht. Oder es werden Goldmünzen im Kleiderschrank gehortet. Mein Rat: „Wer breit streut, rutscht nicht aus!“ Das bedeutet, dass Sie Ihr Geld auf viele Anlageklassen verteilen sollten: Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Immobilien und Rentenversicherungen. In diesem Rundbrief finden Sie Informationen zu den einzelnen Anlageklassen.
Im Finanztipp Spezial gibt es Tipps für junge Menschen. Bitte geben Sie diesen weiter, denn er enthält einen Gutschein für eine „Starterberatung“ für Auszubildende, Studenten und Berufseinsteiger.

Viel Spaß beim Lesen und einen schönen Sommer wünscht Ihnen

Barbara Rojahn

P.S.: Die traditionellen „Stuttgarter Geldanlagegespräche für Frauen“ finden in diesem Jahr am Freitag, 19. November 2010 statt. Sie erhalten rechtzeitig von uns eine Einladung.

 

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